In der Kindertagesbetreuung stehen Mitarbeitende einer Kita und Kindertagespflegepersonen vor der Aufgabe, Kinder mit einer bestehenden Allergie oder Unverträglichkeit zu betreuen.
Die Betreuung von Kindern mit Unverträglichkeiten stellt
alle Beteiligten vor eine Herausforderung, die es gilt, anzunehmen, damit die
Kinder integriert und nicht ausgeschlossen werden. Durch eine gute Vorbereitung
und Kommunikation ist dies möglich. Voraussetzung für eine gute Betreuung ist
eine eindeutige Diagnose der Unverträglichkeit. Diese sollte in Zusammenarbeit
mit der Kinderärztin/ dem Kinderarzt und einer Ernährungsfachkraft gestellt
werden. Die Ärztin/ der Arzt führt entsprechende Untersuchungen durch, und die
Ernährungsfachkraft bespricht mit den Eltern die Ernährungsumstellung. Je
konkreter die Empfehlungen sind, desto einfacher sind sie für die Eltern und
die Mitarbeitenden im Betreuungsalltag umzusetzen. Die Therapieempfehlungen
müssen schriftlich festgehalten werden. Manche Allergien wie die
Kuhmilch-Eiweiß-Allergie und die Hühnerei-Eiweiß-Allergie können sich im
Kindesalter verwachsen, sodass eine Therapie nicht immer lebenslang notwendig
ist.
Ein Attest, eine fachmedizinische Diagnose, schafft
Sicherheit. Alle Therapieempfehlungen müssen schriftlich festgehalten werden
und der Kita bzw. Kindertagespflegeperson am besten ab dem Aufnahmegespräch
bzw. zeitnah nach Diagnosestellung vorliegen. Dies gilt sowohl für die
Ernährungsempfehlungen, wie auch für die Medikamentengabe. Diese Formulare
müssen jährlich aktualisiert werden und geben allen Beteiligten die Sicherheit,
richtig zu handeln.
Die Verteilung von Zuständigkeiten, wer für was
verantwortlich ist, bringt zusätzlich Struktur in das Handeln. Zum Beispiel ist
es Aufgabe der Eltern, die Kita oder Kindertagespflegestelle über die
Unverträglichkeit und die entsprechenden Empfehlungen zu informieren, das
Notfall-Set mit den passenden Handlungsanweisungen vorzulegen und darauf zu
achten, dass die Medikamente aktuell und nicht abgelaufen sind. Das
Betreuungspersonal hingegen ist dafür verantwortlich, die Empfehlungen
umzusetzen, alle Mitarbeitenden zu informieren und das Notfall-Set und die
Informationen zum Handeln für die Erste-Hilfe-Maßnahme für alle Beteiligten
bereitzustellen. Diese Zuständigkeiten sollten schriftlich festgelegt werden
und geben eine zusätzliche Sicherheit.
Symptome Beschwerden einer Lebensmittelallergie
Allergische Reaktionen auf Nahrungsmittel sind nicht auf
bestimmte Organe begrenzt. Sie können kurz nach dem Verzehr bis hin zu 72
Stunden später auftreten. Es gibt nur wenige Untersuchungen zum zeitlichen
Zusammenhang.
Lassen Sie uns die Beschwerden nach Organsystemen sortieren:
- Reaktionen
an der Haut und den Schleimhäuten: Quaddeln (Nesselsucht), Ekzeme,
Neurodermitisschub, Rötung, Juckreiz, Kribbeln, Schwellungen (Angioödeme).
- Reaktionen
an den oberen und unteren Atemwegen: Niesattacken, Fließschnupfen, Husten,
Atemnot, pfeifende Atmung, Heiserkeit.
- Beschwerden
im Magen-Darm-Trakt: Erbrechen, Übelkeit, Blähungen, Durchfall.
- Beschwerden
am Herz-Kreislauf-System: Herzrasen, erhöhter Puls, Schwindel,
Benommenheit, Bewusstseinseintrübung, Bewusstlosigkeit,
Kreislaufbeschwerden, Ohnmacht.
Verbraucherzentrale Niedersachsen e. V.
Vernetzungsstelle Kitaverpflegung Niedersachsen
https://www.kitavernetzungsstelle-niedersachsen.de/unvertraeglichkeiten-der-kindertagesbetreuung
Eine Allergie - Unverträglichkeitsliste wird ab sofort zu jedem Speiseplan als "Link" beigefügt.


